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Französisch-Leistungskurs macht es Sinn, solche internationalen Angebote zu nutzen, weil sie typische deutsch-französische Wege aufzeigen.
Für alle, die sich nach dem Abitur zwischen Studium, Praktikum oder grenzüberschreitenden Optionen orientieren
möchten, ist so ein Forum eine super Plattform.
Anuschka Merle (MSS 11)
J Erinnern in die Zukunft
Gleich zu Beginn dieses Jahres fand die Drittortbegegnung
unserer AbiBac-Schülerinnen und -Schüler des Jahrgangs
12 und einer Gruppe von französischen Schülerinnen und
Schülern des Lycée Camille Jullian aus Bordeaux statt.
Herzlicher Empfang in Straßburg
Das Forum franco-allemand ist Europas größtes deutschfranzösisches Karriere- und Studienforum. An zwei Tagen
treffen sich dort über 120 Aussteller, darunter verschiedene
Hochschulen, Universitäten, Unternehmen und Institutionen aus Frankreich und Deutschland. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern Orientierung für ihre Zukunft zu geben.
Man kann sich von internationalen Studiengängen über
Praktika bis hin zum Einstieg in den Beruf informieren.
Wir nutzten die Zeit, um uns über deutsch-französische Studiengänge zu informieren oder auch mit Unternehmensvertretern über Praktika im französischsprachigen Ausland zu
sprechen. Besonders spannend war es, direkt mit Ausstellern zu sprechen, die eigene Erfahrungen gemacht haben,
wie zum Beispiel Studierende, die bereits in beiden Ländern
studieren oder arbeiten. Die Exkursion war eine Chance für
uns, neue Perspektiven kennenzulernen und aktiv Fragen
zu stellen. Um noch tiefer in das Leben in Frankreich einzutauchen, machten wir im Anschluss an das Forum einen
kleinen Abstecher in die Stadt.
Vor dem Forum franco-allemand
Der Ausflug zum Forum franco-allemand war ein voller Erfolg: Er hat uns motiviert, größer zu denken und internationale Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Gerade in einem
O S G - P O S T I L L E 2025/ 2026 · AU S G A B E 1 · JA N UA R 2026
Gastgeberin des Seminars zum Thema „Europa: gestern –
heute – morgen. Deutsch-französische Perspektiven“ war
die Europäische Akademie Otzenhausen – wunderschön
gelegen im Dreiländereck zwischen Luxemburg, Frankreich
und Deutschland. Ein sehr abwechslungsreiches Programm
erwartete die binationale Gruppe, die zum Teil auch Kontakte aus dem Bordeaux-Austausch in Jahrgang 10 wieder
aufleben lassen konnte. Kennenlernspiele, Warm-Up-Aktivitäten und Sprachanimationen, die über die Tage verteilt
eingebaut wurden, sorgten für einen vertrauensvollen
Umgang. Zu Beginn der Woche setzten sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit der Geschichte der deutschfranzösischen Beziehungen auseinander und machten sich
dabei bewusst, dass das Europa, in dem sie sich tagtäglich
so selbstverständlich bewegen, das Ergebnis eines langen
Entwicklungsprozesses ist und dass die Verwirklichung des
Europagedankens immer wieder eine Herausforderung war
und ist und keinesfalls als selbstverständlich hingenommen
werden darf.
Dass persönliches Engagement auf lokaler Ebene eine große Wirksamkeit entfalten kann, konnte die Gruppe beim
Besuch des Westwalls direkt vor der Haustür erfahren. 2017 hatte sich ein
kleiner Freundeskreis aus
Otzenhausen
entschieden, etwa einen Kilometer des insgesamt auf 630
Kilometer verteilten militärischen Verteidigungssystems aus dem Zweiten
Weltkrieg zu einem Erinnerungspfad umzugestalten.
Man wollte nicht länger
zuschauen, wie sich die
Natur die sogenannte „Höckerlinie“ zurückerobert
und so buchstäblich „Gras
über die Vergangenheit“
wächst. Heute ist der Pfad
ein Mahnmal und steht für
Frieden und Völkerverstän- Westwall
digung.
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